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Contracting-Mythen

Die fünf größten Mythen rund um das Thema Contracting.

Was ist wirklich dran, an den Vorurteilen gegenüber Wärme-Contracting?

Wärme-Contracting, das eine klare Entlastung für Vermieter oder Verwalter bietet, stößt bei den Mietern dagegen oft auf Vorbehalte: Die Verantwortung für etwas so Essenzielles wie Wärme geht dabei in Hände, auf die der Mieter keinen unmittelbaren Zugriff hat. Hinzu kommen die Angst vor steigenden Kosten und die scheinbar ungeschützte Abhängigkeit von gewinnorientierten Unternehmen. Aber was ist wirklich dran an diesen „Vorurteilen“? Wir haben uns diese Vorbehalte einmal genauer angesehen und hinterfragt, welchen Schutz und welche Vor- oder Nachteile Mieter beim Contracting tatsächlich haben:

1. Wärme-Contracting ist für den Mieter teurer als zuvor die Eigenversorgung

Falsch! Wärme-Contracting kostet den Mieter das Gleiche wie zuvor oder ist sogar günstiger. Seit dem 01.07.2013 erlaubt § 566c des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) die Weitergabe von Kosten für Wärme-Contracting an den Mieter nur dann, wenn er nicht mehr bezahlt, als zuvor. Wegen des niedrigeren Brennstoffverbrauchs können die Kosten für den Mieter sogar sinken. Steigen die allgemeinen Brennstoffkosten in späteren Jahren an, ist der Mieter aufgrund der energieeffizienten Anlage davon weniger stark betroffen.

2. Der Contracting-Anbieter übernimmt meistens die alte, marode Technik, um Geld zu sparen

Falsch! Das Gesetz schreibt vor, dass der Contractor die alte Technik nur dann weiter betreiben darf, wenn sie schon eine relativ hohe Effizienz hat (Jahresnutzungsgrad der Anlage von mindestens 80 Prozent). Ist der Jahresnutzungsgrad niedriger, muss er die Anlage gegen eine modernere austauschen oder sie an ein bestehendes Wärmenetz anschließen. Sonst darf der Vermieter die Kosten für das Wärme-Contracting nicht an seine Mieter weiterreichen.

Als Jahresnutzungsgrad bezeichnet man den tatsächlichen Anteil an Energie, den die Anlage aus der im eingesetzten Energieträger (z.B. Erdgas oder Heizöl) theoretisch enthaltenen Energiemenge erzeugt. Ein Jahresnutzungsgrad von 100 Prozent ist praktisch nicht möglich, weil etwa durch Wärmeverluste oder Reibung immer ein Teil der theoretischen Energiemenge verloren geht. Ab ca. 80 Prozent spricht man von einem guten Jahresnutzungsgrad, bei 90 Prozent von einem sehr guten.

3. Die Mieten steigen, weil der Vermieter auch die Kosten für die Modernisierung der Anlage umlegt

Falsch! Das ist zwar theoretisch möglich, würde aber für den Vermieter ein großes Risiko bedeuten: Er darf nur den Anteil der Kosten auf die Mieter umlegen, der der tatsächlichen Modernisierung entspricht – also der Effizienzsteigerung gegenüber dem erneuten Einbau eines weniger modernen Kessels. Die exakte Berechnung ist jedoch fehleranfällig und die entstehenden umlagefähigen Kosten wären in der Regel sehr gering. Darum wird der Contractor dem Vermieter ein solches Vorgehen auch nicht empfehlen.

4. Die Kostenumlage von Wärme-Contracting auf den Mieter läuft völlig willkürlich

Falsch! Es gibt klare rechtliche Regeln, wann die Kosten von Wärme-Contracting auf den Mieter umgelegt werden können: Der Contractor muss die Wärme mit verbesserter Effizienz liefern, entweder, indem er

  • bei einer Anlage mit einer Mindesteffizienz (Jahresnutzungsgrad mindestens 80 Prozent) die Betriebsführung verbessert oder
  • eine Anlage mit zu geringem Jahresnutzungsgrad gegen eine entsprechend moderne ersetzt oder
  • die Wärme aus einem Wärmenetz liefert.
  • Die Lieferung muss für die Mieter außerdem Kostenneutral gegenüber der vorherigen Versorgung sein.

5. Contracting bietet Mietern keinerlei Vorteile

Falsch! Contracting geht auch für Mieter mit klaren Vorteilen einher. Dazu zählen insbesondere…

  • Größere Versorgungssicherheit: Durch den professionellen Betrieb wird die Anlage regelmäßiger überprüft und fällt seltener aus.
  • Geringerer Kostenanstieg: Anlagen im Wärme-Contracting verbrauchen weniger Brennstoff. Darum sind Mieter in Liegenschaften mit Wärme-Contracting weniger stark betroffen, wenn die Brennstoffkosten zum Beispiel für Heizöl oder Erdgas steigen.
  • Mehr Umweltschutz: Weil Heizungsanlagen im Contracting weniger Brennstoff verbrauchen, wird auch weniger CO2 erzeugt. Wärme-Contracting leistet damit einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.

Zusammengefasst bedeutet das….

Contracting bietet Mietern, Vermietern und Umwelt gleichermaßen Vorteile. Dem Schutz der Mieter hat die Gesetzgebung besonderes Augenmerk geschenkt und dafür gesorgt, dass sie die Kosten nur unter bestimmten Bedingungen tragen, die der Contracting-Anbieter erfüllen muss. Der Contractor hat darum das eigentliche finanzielle Risiko beim Contracting, denn er hat die Aufgabe, für die ausreichende Effizienz und die Betriebsbereitschaft der Anlage zu sorgen.