Energielexikon

  • Abgasbestandteile

Abgasbestandteile bei der Energiegewinnung mittels Verbrennung fossiler Energieträger, die wesentlich zur Umweltbelastung durch Energieerzeugung beitragen, sind Stickstoffoxide NOx, Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2) und andere, teilweise unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC).

  • Absorber

Als Absorber werden die Teile einer solarthermischen Anlage bezeichnet, die Solarstrahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln. Normalerweise sind die Absorber-Oberflächen mit einer selektiven Beschichtung versehen, damit möglichst viel Sonnenlicht absorbiert und an die Wärmeträgerflüssigkeit unter den Absorbern weitergeleitet werden kann.

  • Abwärme

Abwärme ist die bei einem Prozess anfallende ungenutzte Wärme, d. h. die Verlustenergie, die nicht aus dem zugeführten Energieinput in das bereitgestellte Produkt überführt wird.

  • Ampere (A)

Ampere ist die internationale Maßeinheit der elektrischen Stromstärke.
1 Ampere sind 1.000 Milliampere (mA).

  • Amperestunde

Die Amperestunde ist die physikalische Einheit der elektrischen Ladung, sie gibt die gespeicherte Ladung in einem Akku oder einer Batterie an. Berechnet wird sie aus Stromstärke und Zeit.

  • Anlaufstrom

Anlaufstrom ist der Spitzenstrom, der beim Start eines Elektromotors benötigt wird und in einer sehr kurzen Zeitspanne auftritt. Je nach Motorenart liegt der Anlaufstrom bei leerlaufenden Motoren beim eineinhalbfachen bis zweieinhalbfachen des Nennstroms. Er kann bei schwer anlaufenden aber auch das Fünffache des Nennstroms betragen. Geräte mit einem hohen Anlaufstrom wie Elektromotoren oder Klimaanlagen besitzen daher einen Anlaufstrombegrenzer, der solch hohe Spitzenströme verhindert.

  • Anschlussleistung

Mit der Anschlussleistung wird der Strombedarf eines elektrischen Geräts oder der Gesamtstrombedarf bezeichnet, der in einem Haushalt beim Betrieb sämtlicher elektrischer Anlagen anfällt.

  • Anschlussnutzer

Anschlussnutzer kann der Eigentümer des Anschlusses selbst oder der jeweilige Mieter des Anschlussobjektes sein, der die tatsächliche Verfügungsgewalt über den Netzanschluss ausübt.

  • Arbeit

Die eingespeiste oder entnommene elektrische Energie wird als Arbeit bezeichnet. (Arbeit = Leistung x Zeit = kW x h = kWh = Kilowattstunden). Über geeichte Zähler wird der Verbrauch ermittelt.

  • Arbeitspreis

Der Arbeitspreis ist das Entgelt für die in der Kundenanlage verbrauchte elektrische Energie.
Der Abrechnungsbetrag ergibt sich aus dem Arbeitspreis (Cent) multipliziert mit der gezählten elektrischen Arbeit (kWh).

  • Atommüll

Atommüll ist die umgangssprachliche Bezeichnung für radioaktiven Abfall. Hierunter versteht man radioaktive Stoffe, die nicht mehr genutzt werden können und in einem Atomendlager aufbewahrt werden. Neben radioaktiven Abfällen werden in einem Atomendlager auch toxische Chemikalien gelagert.

  • Balgengaszähler

Ein Balgengaszähler misst den Gasvolumenstrom durch Verdrängungsmessung. Er wird hauptsächlich in Privathaushalten, aber auch bei Industrieanlagen im Niederdruck-Bereich verwendet. Beim Balgengaszähler werden voneinander durch Membranen getrennte Messkammern periodisch gefüllt und entleert. Die Membranbewegung wird durch ein Gelenkgetriebe auf eine Kurbelwelle übertragen, die zwei Schieber antreibt, um den Gasstrom zu steuern. So wird der Gasstrom wechselseitig durch einen Balg geleitet. Die Drehbewegung des Getriebes wird über eine magnetische Kupplung auf ein Zählwerk übertragen. Ein großer Vorteil des Balgengaszählers ist sein geringer Druckverlust.

  • BDEW

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

  • Benutzungsdauer

Die Gleichmäßigkeit der Abgabe elektrischer Energie wird über die Benutzungsdauer ausgedrückt. Sie errechnet sich aus dem Quotienten der elektrischen Arbeit durch die elektrische Leistung (Benutzungsstunden = kWh/kW).

  • BNE

Bundesverband neuer Energieanbieter

  • Bereitgestellte Leistung

Ist die vom Kunden vertraglich bestellte und vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellte Leistung in kW (Kilowatt). Nach dieser Leistung werden die technischen Anlagen, z. B. der Netzanschluss, bemessen.

  • Bewegungsenergie / Kinetische Energie

Die Bewegungsenergie oder kinetische Energie ist eine Ausdrucksform der mechanischen Energie. Sie errechnet sich durch die Masse und die Geschwindigkeit des bewegten Körpers. Die sich daraus ergebende Arbeit wird in Joule angegeben. Bei der Stromerzeugung spielt die kinetische Energie bei Windkraftanlagen eine große Rolle. Bei der Erzeugung von Energie oder von Strom geht es immer um die Umwandlung von einer Energieform in eine andere gewünschte Energieform. Energie kann niemals verloren gehen, sondern nur von einer Energieform in eine andere transformiert werden. In Windkraftanlagen wird die Bewegungsenergie des Windes, die durch unterschiedliche Temperaturzonen auf der Erdoberfläche je nach Tageszeit, Wetterbedingungen oder geologischer Beschaffenheit verursacht wird, in elektrische Energie umgewandelt.

Auch Wasser- und Gezeitenkraftwerke nutzen die Kraft der kinetischen Energie. Bei Wasserkraftwerken an fließenden Gewässern treibt die Wasserströmung eine Turbine an, an die Generatoren zur Stromerzeugung angeschlossen sind. Gezeitenkraftwerke nutzen die Bewegungsenergie des Gezeitenstromes zur Erzeugung von elektrischem Strom. Der Wechsel zwischen Ebbe und Flut, der Tidenhub, und die sich daraus ergebende Änderung des Wasserspiegels im Meer übertragen die kinetische Energie auf das Wasser. Auslöser des Tidenhubs sind die Erdrotation und die Anziehungskraft von Sonne und Mond auf die Erde. Bewegungsenergie in Form von Wasser- und Gezeitenkraftwerken gehören deshalb zu den regenerativen Energieformen.

  • Biogas

Biogas ist ein Gemisch aus Methan, Kohlenstoffdioxid, Ammoniak, Stickstoff, Wasserstoff, Schwefelwasserstoff, Wasserdampf, Alkoholen und Fettsäuren. Auch Faulgas, Klärgas und Deponiegas zählen zu den Biogasen. Die Herstellung von Biogas ist ein mikrobieller Prozess und entsteht durch die Vergärung von organischen Material, meist Getreide, Gras oder Mais, in seltenen Fällen auch tierischen Exkrementen. In Deutschland existieren rund 4.000 Biogasanlagen. Das dort hergestellte Gas wird größtenteils zur Stromerzeugung genutzt, aber auch Kraftfahrzeuge können mit Biogas betrieben werden.

  • Biogasanlagen

Biogasanlagen wandeln pflanzliche und tierische Rückstände in Biogas um. Die Rückstände werden zunächst – falls nötig – zerkleinert und in einem Faulbehälter, dem Fermenter, unter Luftabschluss vergoren. Das entstehende Biogas besteht größtenteils aus Methan und zu einem kleinen Teil aus Kohlendioxid. Andere Bestandteile, wie Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff, sind dagegen nur in sehr geringem Maße vorhanden. Das Biogas wird dann sogenannten Blockheizkraftwerken zugeführt, wo es zur Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie verwendet wird.

  • Biomasse

Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen oder Tiere anfallende/erzeugte organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken – also zur Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung – ist zwischen nachwachsenden Rohstoffen oder Energiepflanzen und organischem Abfall zu unterscheiden. Nachwachsende Rohstoffe sind:

  • schnell wachsende Baumarten und spezielle einjährige Energiepflanzen mit hohem Trockenmasse-Ertrag zum Einsatz als Brennstoff
  • zucker- und stärkehaltige Ackerfrüchte für die Umwandlung in Äthanol sowie Ölfrüchte für die Gewinnung von Bioölen bzw. Biodiesel (Rapsölmetylester) und deren Einsatz als Schmierstoff bzw. als Treibstoff
  • Organische Reststoffe fallen bei der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und in Haushalten an. Dazu zählen organische Rest- und Abfallstoffe. Diese bilden das Grundmaterial für die Erzeugung von Biogas.
  • Blindstrom

Blindstrom, auch als „Blindleistung“ bezeichnet, ist die elektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetischen Feldern (z. B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z. B. in Kondensatoren) benötigt wird. Der Blindstrom ist der Anteil des Stroms, der nicht nutzbar ist und als Blindleistung zwischen Verbraucher und Erzeuger pendelt. Dieser Effekt beruht darauf, dass manche Verbraucher im Wechselstromnetz einen höheren Stromverbrauch aufweisen, als sie in einem Gleichstromnetz hätten. Der Fluss von Blindstrom im Netz kann durch die Installation von Kondensatoren zur Blindstromkompensation vermieden werden. Diese fungieren quasi als eine Art Energie-Zisterne. Die Blindleistung pendelt nur noch zwischen der verursachenden Quelle und den Kondensatoren – nicht mehr durch das ganze Verteilernetz. In Unternehmen mit einem hohen Blindstromaufkommen amortisiert sich die Anschaffung einer Blindstromkompensationsanlage meist innerhalb von 1 bis 3 Jahren.

  • Blockheizkraftwerke (BHKW)

Blockheizkraftwerke (BHKWs) sind Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme.
Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Koppelung. Die im BHKW durch öl- oder gasbetriebene Verbrennungsmotoren oder Turbinen erzeugte elektrische Energie und Wärme kann zur Versorgung nahe gelegener Wohngebiete und Betriebe genutzt werden.

  • Brennstoffzellen

Unter Brennstoffzellen versteht man elektrochemische Energiewandler. Wasserstoffreiche Gase werden dabei mit Sauerstoff zu Wasser umgesetzt. Aus diesem Prozess werden elektrische Energie und Wärme ausgekoppelt.

  • Brennwert

Der Brennwert wird auch „oberer Heizwert“ genannt und gibt die Energie an, die bei vollständiger Verbrennung frei wird. Er wird in Kilowattstunden (kWh) pro Kubikmeter (m3) gemessen. Die Höhe des Brennwerts hängt von der jeweiligen Zusammensetzung des Gases ab: So haben Propan und Butan einen deutlich höheren Brennwert als Methan, das den Hauptbestandteil von Gas ausmacht. Unterschieden werden in Deutschland die beiden Erdgassorten L mit einem relativen geringen Brennwert und H mit einem höheren. Das Erdgas L stammt häufig aus den Niederlanden und Norddeutschland, das Erdgas H aus der Nordsee und den GUS-Staaten.

  • Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) genehmigt unter anderem die Netznutzungsentgelte im Energiebereich und überwacht den Wettbewerb auf den Energiemärkten. Sie hat ihren Hauptsitz in Bonn und ist 2005 aus der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hervorgegangen.

  • CCS-Technologie

Bei der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage, deutsch: Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung) wird Treibhausgas, das in Kohlekraftwerken entsteht, mittels Oxyfuel-Verfahren für die unterirdische Speicherung weiterbehandelt. Die Kohle wird in einer Atmosphäre aus rezirkuliertem Rauchgas und reinem Sauerstoff verbrannt. Durch Auskondensieren wird das Kohlendioxidgemisch dann aus dem Rauchgasstrom getrennt und durch Druck verflüssigt. So lässt es sich transportieren und in geologischen Formationen unter der Erdoberfläche oder dem Meeresgrund speichern.
Das Verfahren ist noch relativ neu und daher auch noch nicht ausreichend erforscht. (Quelle: ddp)

  • Contracting

Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein Außenstehender Investor – Contractor genannt – übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes. Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern, Dienstleistern der Energietechnik, großen Handwerksunternehmen und die ENERGIEAGENTUR LEINETAL angeboten.

  • CO2

CO2 steht für Kohlenstoffdioxid, die Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff. Es entsteht bei der Lungenatmung beim Ausatmen, bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen und beim Prozess der Gärung. Bei der Energiegewinnung wird CO2 insbesondere durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, wie Kohle oder Erdöl, freigesetzt. Diese durch den Menschen zusätzlich erzeugten Gase führen zur Erhöhung des Kohlenstoffdioxidhaushaltes und bringen ihn damit aus dem natürlichen Gleichgewicht – ein Prozess, der auch unter dem Namen „Treibhauseffekt“ bekannt ist.

·  CO2-Fußabdruck

Der CO2-Fußabdruck stellt die Klimawirkung menschlicher und unternehmerischer Aktivitäten dar. Der Fokus liegt auf einer unmittelbar verursachten Umweltentwicklung und stellt die Wirkung des jeweiligen Bewertungsobjekts auf das Klima visuell dar. Produkte bzw. Dienstleistungen können durch den CO2-Fußabdruck verglichen und mögliche Verbesserungspotentiale erkannt werden. Jedoch ist die Aussagekraft für weitere ökologische Auswirkungen, aufgrund der eindimensionalen Kennzahl, stark eingeschränkt.

·  cos phi (cosinus phi)

Wird ein elektrischer Verbraucher durch eine Wechselspannung betrieben, kommt im Verbraucher ein Wechselstrom zum Fließen. Der cos phi ist der Winkel, um den die Spitzenwerte der Sinuskurven von Strom und Spannung zeitlich gegeneinander verschoben sind.

·  Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) ist dem Umweltbundesamt zugeordnet. Sie überwacht den CO2-Emissionshandel und ist für die Zuteilung und Ausgabe von Emissionsberechtigungen zuständig. In diesem Zusammenhang führt sie ein Emissionshandelsregister. Dort sind alle registriert, die mit Emissionsberechtigungen handeln.

·  Dispatching

Unter Dispatching versteht man die Überwachung und Steuerung von Gasversorgungssystemen.

·  Diskriminierungsverbot

Betreibern von natürlichen Monopolen (z. B. dem Netzbetrieb) ist es per Diskriminierungsverbot untersagt, diese Vorteile zur Benachteiligung der anderen Wettbewerber einzusetzen.

·  Doppeltarifzähler

Ein Tarifzähler, der den Hoch- und den Niedertarif berücksichtigt.

·  Downstream

Downstream, zu Deutsch stromabwärts, bezeichnet die Flussrichtung von Erdgas von der Förderstelle bis zum Endverbraucher.

·  Drehkolbengaszähler

Ein Drehkolbengaszähler wird hauptsächlich in der Industrie im Hochdruckbereich eingesetzt. Er wird bereits seit den 1930er-Jahren hergestellt und gilt als ältester Gaszähler. Der volumetrisch messende Zähler misst den Gasvolumenstrom durch Verdrängungsmessung. Bei Druckgefälle ruft ein Rotationsdrehmoment den Drehkolben hervor. Wird der Druck größer, drehen sich die Drehkolben in Pfeilrichtung und übertragen das Gasvolumen in Kubikmeter auf das Zählwerk. Eine sehr hohe Messgenauigkeit und Messbeständigkeit innerhalb der Eichgültigkeit sind entscheidende Vorteile des Drehkolbengaszählers.

·  Drehstrom

Drehstrom besteht aus drei Wechselspannungen mit einer Phasenverschiebung von je 120°.

·  Durchleitungskosten

Damit bezeichnet man die Beitragskosten, die die Stromanbieter zahlen müssen, wenn sie das Stromnetz von örtlichen Netzbetreibern in Anspruch nehmen wollen. Hintergrund: Stromerzeuger haben nicht zwangsläufig auch ein eigenes Netz zur Einspeisung und Versorgung, sondern sie müssen sich an einen der wenigen großen Netzbetreiber wenden.

·  Durchschnittspreis

Dividiert man die Gesamtkosten für die verbrauchte elektrische Energie durch den gesamten Stromverbrauch in der Abrechnungsperiode, so erhält man den Durchschnittspreis für eine Einheit (z.B. ct/kWh).

·  DVGW

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs e.V.

  • EEX

Die deutsche Strombörse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig ist 2002 aus der Fusion der European Energy Exchange, Frankfurt, und der Leipzig Power Exchange entstanden. Seit Sommer 2000 ist der Spotmarkt mit physischer Erfüllung am Folgetag etabliert. Am Auktionsmarkt gibt es die Möglichkeit, Kauf- und Verkaufsgebote für Einzelstunden und Blockgebote zu platzieren. Das zweite Standbein ist der Terminmarkt, auf dem standardisierte Produkte wie Futures gehandelt werden.

  • Eigenerzeugungsanlage

Eine vom Kunden/Unternehmen betriebene Anlage zur Eigen- bzw. Fremdversorgung. Sie dient entweder nur zur Stromversorgung oder zu Strom- und Wärmeversorgungszwecken.

  • Einspeisepunkt

Übergabepunkt für elektrische Energien von regenerativen Quellen, Blockheizkraftwerken (BHKW), Windanlagen und nicht öffentlichen Kraftwerken. Der Einspeisepunkt wird durch Gesetze (bei regenerativen Energiequellen) bzw. durch Netznutzungsverträge festgelegt.

  • Einspeisevergütung

Regenerativ erzeugter elektrischer Strom (aus Solar, Windkraft u. a.) kann in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Dieser Strom wird mit einem bestimmten Betrag pro Kilowattstunde vergütet. Die Beträge sind im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt.

  • Elektrische Arbeit

Die eingespeiste oder entnommene elektrische Energie wird als Arbeit bezeichnet. (Arbeit = Leistung x Zeit = kW x h = kWh = Kilowattstunden). Über geeichte Zähler wird der Verbrauch ermittelt.

  • Eintarif

Als Eintarif werden Tarife bezeichnet, die einen für die Hauptlast- und Niederlastzeiten einheitlichen Arbeitspreis berechnen.

  • Elektronischer Stromzähler

Beim elektronischen Stromzähler wird die verbrauchte Energie mittels eines Stromwandlers gemessen. Der Transformator besteht aus einem weichmagnetischen Ringkern, der die Wechselströme erfasst. Da er auf jegliche mechanischen Elemente verzichtet, misst er genauer als der Ferraris-Stromzähler. Trotzdem ist er in Deutschland noch nicht so weit verbreitet wie sein mechanisch arbeitender Vorgänger.

  • Emission

Der Ausstoß von Schadstoffen wie Radioaktivität, Staub, Ruß oder CO2, die die Umwelt stark beeinträchtigen. Die freigesetzte Schadstoffmenge unterliegt in Deutschland streng festgelegten Grenzwerten.

  • Energie

Ob Licht, Elektrizität oder Wärme: Energie ist eine physikalische Größe, die in verschiedenen Formen auftritt. Als Energie bezeichnet man sowohl die in einem Körper gespeicherte Arbeit als auch das Vermögen, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben.

  • Energiedichte

Die Energiedichte bezeichnet die Verteilung von Energie auf eine bestimmte Größe. So ist beispielsweise der Heizwert eine Energiedichte, die den Energiegehalt pro Masse angibt.

  • Energieeffizienzklasse

Die Energieeffizienzklassen von A bis G sind die Bewertungsskala für das EU-Energielabel. A kennzeichnet den niedrigsten Energiebedarf, G den höchsten. Durch Verbesserungen bei der Energieeffizienz mussten neue Klassen eingeführt werden, inzwischen gibt es für manche Gerätearten zusätzlich auch A+, A++ und A+++.

  • Energiemix

Zur Verdeutlichung des sogenannten Energiemixes stellt man sich am besten einen Stromsee vor. Über seine Zuflüsse wird Strom unterschiedlicher Herkunft eingespeist – sei es regenerative, fossile oder Kernenergie. Da der Strom aus einem gemeinsamen See stammt, lässt sich an der Steckdose nicht mehr feststellen, welche Form der Energie ihn erzeugt hat. Aber: Durch die Kombination von Strombezug und Zertifizierung entsteht Ökostrom, dessen Herkunft eindeutig zugeordnet werden kann.

  • Energiepass

Bei dem Energiepass handelt es sich um eine Bescheinigung, die jeder Mieter für seine Wohnung und jeder Kaufinteressent für die Immobilie ab 2006 verlangen kann. Bei der Einführung von Energieausweisen handelt es sich um die Umsetzung einer EU-Richtlinie über die Energieeffizienz von Gebäuden.
Wer jetzt baut, benötigt daher einen Energiepass. Das hat der Gesetzgeber vorgeschrieben: Der Energiebedarfsausweis ist für alle Neubauten mit Bauanträgen ab dem 2005-02-01 Pflicht. Im Energiepass werden die energetischen Kennwerte des Gebäudes ausgewiesen. Dort kann man nachlesen, welchen Energiebedarf ein Gebäude nach Fertigstellung haben wird.
Zusammen mit dem Bauantrag wird der Energiepass eingereicht. Er weist aus, ob die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten werden. Der Bauherr hat bei der EnEV die Wahl, auf welche Energiesparmaßnahmen er den Schwerpunkt setzt.

  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Mit der zweiten Novelle des EnWG vom 07.07.2005 setzt die Bundesregierung das EU-Gemeinschaftsrecht für die leitungsgebundene Energieversorgung in nationales Recht um. Ziel des Gesetzes ist es, durch einen verstärkten Wettbewerb eine annähernd preisgünstige, sichere und umweltverträgliche Versorgung mit Strom und Erdgas zu gewährleisten.

  • Energiesparlampe

Energiesparlampen – auch Kompakt-Leuchtstofflampen genannt – verbrauchen rund 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühlampen bei gleicher Lichtausbeute. Eine Energiesparlampe mit 15 Watt entspricht in der Leuchtkraft einer herkömmlichen Glühlampe von 75 Watt. Energiesparlampen haben darüber hinaus eine zirka achtmal längere Lebensdauer. Sie sind in der Regel mit einem eingebauten Vorschaltgerät und einem Schraubsockel, der dem Sockel “normaler” Glühbirnen entspricht, ausgestattet. Besonders wirtschaftlich einsetzbar sind Energiesparlampen dort, wo Lampen lange in Betrieb sind.

  • Entry-Exit-Modell

Auch unter dem Namen Zweivertragsmodell bekannt, ist das Entry-Exit-Modell ein transaktionsunabhängiges Abrechnungssystem, das die Vergütung von Energietransportleistungen regelt. Der Energielieferant zahlt bei diesem Modell eine Einspeisungs- (= Entry) und eine Entnahmegebühr (= Exit), wobei Einspeisungs- und Entnahmeorte unabhängig voneinander sind. Der Transportweg ist bei diesem Modell für die Kosten unerheblich.

  • Erdgas

Erdgas ist ein brennbares Naturgas, das in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es besteht hauptsächlich aus Methan und höheren Kohlenwasserstoffverbindungen und entsteht auf ähnliche Weise wie Erdöl. Daher treten die beiden Energieträger häufig gemeinsam auf. Erdgas ist erst seit Mitte der 1960er-Jahre in Deutschland verbreitet und hat heute einen Primärenergieverbrauch in der BRD von 21,6 %.

  • Erdgasfahrzeuge

Seit einigen Jahren kann Erdgas auch als Kraftstoff für Kraftfahrzeuge verwendet werden. Eine Umrüstung von PKWs auf Flüssiggas ist relativ einfach: Der Tank wird entweder in die Reservemulde oder den Kofferraum eingebaut. Somit bleibt der Benzintank erhalten und die Reichweite des Fahrzeuges erhöht sich erheblich.

  • Erdgasressourcen

Erdgas deckt etwa 24 % des weltweiten Energieverbrauchs. Da das Erdgas in der Regel unter hohem Druck steht, fördert es sich sozusagen von selbst, sobald das Reservoir einmal geöffnet ist. Schätzungen gehen davon aus, dass das Erdgasvorkommen etwa bis zum Jahr 2160 reicht, sichergestellt ist die Erdgasversorgung bis ins Jahr 2060.

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Durch das EEG sind die Netzbetreiber verpflichtet, Stromerzeugungsanlagen mit regenerativer Energiequelle an das Netz anzuschließen und den aus diesen Anlagen produzierten Strom zu vergüten.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff EEG?
Hinter dem Begriff EEG verbirgt sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 01.04.2000, welches das Stromeinspeisungsgesetz abgelöst hat.

Ziel des Gesetzes
Mit diesem Gesetz soll eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglicht sowie der Beitrag erneuerbarer Energien an der Stromversorgung deutlich erhöht werden.

Was wird im EEG geregelt?
Durch das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) ist der Netzbetreiber verpflichtet, EEG-Anlagen an das Netz anzuschließen, den gesamten angebotenen Strom aus diesen Anlagen vorrangig abzunehmen und den eingespeisten Strom zu vergüten. Weiterhin ist der vorgelagerte Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, die vom Netzbetreiber aufgenommene EEG-Menge abzunehmen und zu vergüten sowie eine bundesweite Ausgleichsregelung durchzuführen.

Anwendungsbereiche

  • Wasserkraftanlagen, Deponiegas, Grubengas und Klärgas
  • Biomasse
  • Windkraftanlagen
  • Solare Strahlungsenergie
  • Geothermie
  • Erneuerbare/regenerative Energien

Energien aus bestehenden Ressourcen, wie dem Sonnenschein, dem Wind, dem fließenden Wasser und geothermischer Erdwärme. Der Vorteil dieser Energiegewinnung ist, dass sich die Quellen entweder kurzfristig in natürlichen Prozessen selbst regenerieren oder die Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quellen beiträgt und somit nachhaltig zur Verfügung stehen. Eine andere Form der erneuerbare Energie ist die Biomasse, welche die Energie über einen langen Zeitraum in ihren Zellen speichern kann. Dieses energetische Potenzial wird in einem biologischen Prozess aus nachwachsenden Rohstoffen (Biogas, Bioethanol, Holz u. a.) gewonnen. Beide Arten der Energiegewinnung zeichnen sich durch ihren Ressourcen schonenden Abbau aus und führen zu einem nachhaltigen Umgang mit den möglichen Energiequellen der Erde.

  • Ersatzstromversorgungsanlage/Notstromanlage

Anlagen zur teilweisen oder kompletten Aufrechterhaltung der Stromversorgung bei einem Stromausfall, zum Beispiel Batterieanlagen für den Einsatz einer Notbeleuchtungsanlage, als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Telefonanlagen, Computersysteme und Ähnliches. Für die Abdeckung größerer Versorgungsbereiche werden in der Regel dieselbetriebene Generatoren eingesetzt.

  • Exit-Modell

Auf dem deutschen Strommarkt wird das Exit-Modell angewendet. Dabei zahlen Energielieferanten nur am Entnahmepunkt (= Exit) eine Durchleitungsgebühr an den jeweiligen Netzbetreiber, die Einspeisung ins Stromnetz (= Entry) ist an jedem Punkt kostenlos.

  • Fahrplan

Der Fahrplan ist ein Profil des Energieverbrauchs eines Kunden über einen bestimmten Zeitraum, z. B. einen Tag, eine Woche, einen Monat. Die Einteilung erfolgt in Viertelstundenwerten.

  • Ferraris-Stromzähler

In den meisten Hausfluren in Deutschland findet man noch einen Ferraris-Stromzähler. Er erfasst den in einem Haushalt verbrauchten Strom. Er ist leicht zu erkennen an seiner optisch sichtbaren Drehscheibe, die sich umso schneller dreht, je mehr Strom verbraucht wird.

  • Flüssiggas

Flüssiggas ist unter verschiedenen Begriffen bekannt: Autogas, LPG (Liquefied Petroleum Gas), oder auch Treibgas. Bei Flüssiggas handelt es sich entweder um reines Propan, reines Butan oder ein Gemisch aus beidem, das bei Raumtemperatur oder geringem Druck flüssig bleibt.
Flüssiggas ist nicht zu verwechseln mit verflüssigtem Erdgas – LNG (Liquefied Natural Gas) oder komprimiertem Erdgas – CNG (Compressed Natural Gas), dass über Pipelines transportiert werden kann.

  • Fossile Energien

Fossile Energie, auch konventionelle Energie genannt, wird aus fossilen Brennstoffen, wie Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas oder Erdöl gewonnen, Die kohlenstoffhaltigen Energieträger, welche in über Jahrmillionen dauernde Prozessen entstanden sind, tragen heute rund 90 Prozent zur weltweiten Energieversorgung bei. Bei der Verbrennung der fossilen Energieträger wird Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt und in die Atmosphäre abgegeben. Dies führt zur Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre und erfordert deshalb dringend die auf eine Emissionsreduktion zielenden Maßnahmen der Klimapolitik. Zu den konventionellen Energien zählt auch die Kernenergie, die radioaktive Abfälle produziert und deshalb auch nicht als „sauber“ angesehen wird.

  • Fotovoltaik (Photovoltaik)

Unter Fotovoltaik versteht man die Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mittels Solarzellen. Der Begriff „Fotovoltaik“ ist zusammengesetzt aus dem altgriechischen Wort für Licht (photo) und dem Namen des italienischen Physikers Alessandro Volta, nach dem auch die elektronische Spannungseinheit Volt benannt ist.
Die aus Fotovoltaikanlagen erzeugte Energie zählt zu den regenerativen Energien.

  • Frequenz

Die Frequenz ist eine physikalische Größe, die in Hertz (Hz) gemessen wird und die Anzahl von Schwingungen pro Sekunde angibt.
Unabhängig von den Spannungsebenen Niederspannung, Mittelspannung und Hochspannung sind die gesamten Versorgungsebenen als Wechselstrom- bzw. Drehstromnetze aufgebaut (sinusförmig), die mit 50 Hertz (Hz) schwingen.

·  Gas

Der Begriff Gas ist mit dem griechischen Wort „Chaos“ verwandt und wurde von dem Brüsseler Chemiker Baptista van Helmont im 17. Jahrhundert als Fachterminus eingeführt. Gas ist eine Substanz, die bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius in einem gasförmigen Zustand vorliegt. Gasförmig bezeichnet neben fest und flüssig einen der drei Aggregatzustände.

·  Gas- und Dampfturbinenanlagen (GuD)

Gas- und Dampfturbinenanlagen dienen zur Stromerzeugung und kombinieren die Prinzipien von Gasturbinen- und Dampfkraftwerken. In einer Gasturbine werden Erdgas oder Kraftstoff verbrannt; die Abgase übertragen das Drehmoment über Turbinenschaufeln auf die Welle. Anschließend erhitzen diese immer noch heißen Abgase einen sogenannten Abhitzekessel und erzeugen dort Dampf. Dieser Dampf treibt eine Gasturbine an. Gegebenenfalls kann zusätzlich Fernwärme ausgekoppelt werden.

·  Gasdruck

Um Gas zum Verbraucher zu transportieren, wird ein bestimmter Druck benötigt. Bei Ferngasleitungen beträgt der Druck bis zu 100 bar. Bei regionalen Transportleitungen beträgt der Druck zwischen 1 und 70 bar, bei örtlichen Versorgungsnetzen bis zu 1 bar.

·  Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV)

Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Gas aus dem Niederdrucknetz (kurz: Gasgrundversorgungsverordnung) vom 26.10.2006.

·  Gasometer

Ein Gasometer ist ein Sammelbehälter für Gase. In der Vergangenheit wurde es in Gegenden wie dem Ruhrgebiet häufig im Bergbau oder Hüttenwesen eingesetzt. Gasometer können mehr als 50 Meter hoch sein und sind meist zylindrisch oder kugelförmig. Durch das Aussterben der Bergbauindustrie wurden mit der Zeit immer mehr Gasometer nicht mehr gebraucht und abgerissen. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts erkannte man die Bedeutung der Bauwerke als architektonische Zeitzeugen: Seitdem werden stillgelegte Gasometer gerne in Kulturprojekte mit einbezogen.

·  Gaspipelines

Eine Gaspipeline (engl. pipe = Rohr, line = Leitung) ist eine Fernleitung zum Transport von Gasen wie zum Beispiel Erdgas. Trotz hoher Baukosten sind Pipelines ökonomischer als Tankwagen. Pipelines können einige tausend Kilometer lang sein.

·  Gasversorgungsunternehmen

Als Gasversorgungsunternehmen wird bezeichnet, wer Haushalte, Handel, Gewerbe, Industrie oder öffentliche Einrichtungen mit Gas beliefert. Das erste Gasversorgungsunternehmen weltweit wurde im Jahr 1812 in London gegründet, das erste in Deutschland folgte im Jahr 1826.

·  Gateway

In einem intelligenten Messsystem bildet das Smart Meter Gateway (SMGW) die zentrale Kommunikationseinheit, die Messdaten von Zählern empfängt, speichert und diese für autorisierte Marktteilnehmer aufbereitet. Das SMGW ist damit eine wesentliche Komponente in den Netzendpunkten des intelligenten Energienetzes.

·  Geothermie

Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie umfasst die in der Erde gespeicherte Energie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann. Die durch Geothermie gewonnene Energie, zählt zu den regenerativen Energien.

·  Gewerbestrom

Bei Gewerbestrom handelt es sich um einen speziellen Tarif, den Stromversorger ausschließlich Gewerbetreibenden und Unternehmen anbieten.

·  Gleichstrom

Der Gleichstrom ist elektrischer Strom, der mit gleicher Stärke stets in gleicher Richtung fließt, im Gegensatz zum Wechselstrom, der in unserem Netz 50-mal pro Sekunde die Richtung wechselt.

·  Green-IT

Unter dem Stichwort „Green IT“ versteht man Aktivitäten, die Nutzung von IT über deren kompletten Lebenszyklus hinweg umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten – von der Produktion über die Verwendung bis hin zur Entsorgung. Zudem spielt dabei auch die ökologisch bewusste Energieeinsparung eine verstärkt anerkannte Rolle.

·  Grundlast

Die Leistung, mit der die technischen Einrichtungen eines Betriebes das Stromversorgungsnetz ständig belasten, wird als Grundlast bezeichnet.

·  Grundversorger

Grundversorger ist nach dem Energiewirtschaftsgesetz dasjenige Energieversorgungsunternehmen in einem Netzgebiet, welches die Mehrzahl der Haushaltskunden versorgt.

·  Grundversorgung

Jeder Stromkunde im Niederspannungsnetz und jeder Gaskunde im Niederdrucknetz, der keinen speziellen Versorgungsvertrag mit einem Energieversorgungsunternehmen abgeschlossen hat wird im Rahmen der Grundversorgung mit Strom oder Gas versorgt.
Grundlage für die Grundversorgung sind die Gas- bzw. Stromgrundversorgungsverordnung.
Hierbei muss der Grundversorger allgemeine Bedingungen und allgemeine Preise öffentlich bekannt geben, zum Beispiel im Internet.

·  Grundversorgungsvertrag

Das Energieversorgungsunternehmen (EVU) hat für das Netzgebiet, in dem es die Grundversorgung durchführt, allgemeine Bedingungen und Preise für die Versorgung mit Elektrizität oder Gas öffentlich bekannt zu geben. Darüber hinaus ist jedes EVU verpflichtet Kunden in ihrem Gebiet zu beliefern. Die allgemeinen Bedingungen und Preise sind Bestandteil des Grundversorgungsvertrages zwischen EVU und Haushaltskunden. Der Vertrag zwischen Grundversorger und Strom- oder Gaskunde kommt automatisch zu Stande, wenn kein spezieller Versorgungsvertrag mit einem Energieversorgungsunternehmen abgeschlossen wurde.

·  Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindungsleitung zwischen dem Verteilungsnetz des Netzbetreibers und der Kundenanlage. Der Übergabepunkt befindet sich in einem Hausanschlusskasten oder im Eingangsfeld einer Niederspannungsverteilung beim Kunden.

·  Heizlast

Die Heizlast wird in Watt angegeben. Sie bezeichnet die Wärme, die einem Raum zugeführt werden muss, um eine bestimmte Raumtemperatur aufrechtzuerhalten.

·  Heizwert

Der Heizwert, auch unterer Heizwert genannt, ist das Maß für nutzbare Energie. Er bezeichnet die Energie, die bei vollständiger Verbrennung frei wird, im Gegensatz zum Brennwert ohne Wasserdampf und Abgase. Zur Berechnung des Gasverbrauchs wird in der Regel der Brennwert herangezogen.

·  HKNR (Herkunftsnachweisregister) oder GoO

Der Strom wird ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen und in das europäische Verteilnetz eingespeist. Die Herkunftsnachweiserstellung des Stroms erfolgt auf der Basis eines von der EU geforderten Verfahrens. Es handelt sich um Herkunftsnachweise (GoOs), die gemäß Artikel 15 der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ausgestellt worden sind.

·  HT/NT-Zähler

HT/NT-Zähler, auch Doppeltarifzähler oder Zweitarifzähler genannt, messen den Stromverbrauch zu verschiedenen Tarifzeiten. HT steht für Haupttarif, NT für Niedertarif. Die Zähler haben zwei Laufwerke, von denen immer nur eins aktiv ist. Die Laufwerke werden zeitlich durch Tarifschaltgeräte (Schaltuhren, Rundsteuerempfänger, Modems) gesteuert.

·  Intelligente Zähler

Ein „intelligenter“ Zähler, auch Smart Meter genannt, ist ein Zähler für Energie, z. B. Strom oder Gas, der gemäß Energiewirtschaftsgesetzt den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit übermittelt.
Sie messen detailliert, wann wie viel Strom verbraucht wird. So erhält der Kunde einen besseren Überblick über seinen Energieverbrauch – im Gegensatz zum herkömmlichen Standardlastprofilzähler, bei dem i. d. R. nur einmal im Jahr der Zählerstand ermittelt wird. Testhaushalte zeigen, dass so bis zu 40 % Strom gespart werden kann.

·  ISO 50001

Die im Juni 2011 veröffentlichte Norm ISO 50001 Energiemanagementsysteme ist eine weltweit gültige Norm. Ziel eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ist die kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung eines Unternehmens. Die Norm beschreibt die Anforderungen an ein Unternehmen, um ein Energiemanagementsystem einzuführen, zu betreiben und kontinuierlich zu optimieren. Gelingt die Umsetzung dieses systematischen Ansatzes, verbessert ein Unternehmen seine energiebezogene Leistung, erhöht seine Energieeffizienz und optimiert gleichzeitig seine Energienutzung.

·  Jahresbenutzungsdauer

Die Jahresbenutzungsdauer in h/a (Vollbenutzungsstunden) ist der Quotient aus der Jahresarbeit und der maximalen Leistung. Sie sagt aus, wie viele Stunden Elektrizität ein Kunde bei konstanter Abnahme der Maximalleistung im Jahr bezogen hätte. Im Idealfall (bei absolut konstantem Verbrauch) wäre sie 365 x 24 Stunden = 8.760 Stunden.

·  Joule

Joule ist die Einheit für alle Formen der thermischen, elektrischen und mechanischen Energie. Eine Kilowattstunde (kWh) entspricht 3,6 Millionen Joule.

·  Kilowatt

Das Watt ist die Einheit für die Leistung und nach dem Engländer James Watt benannt. 1 Kilowatt entsprechen 1.000 Watt.

·  Kilowattstunde (kWh)

Die Kilowattstunde ist die Einheit für die elektrische Arbeit/Energie und das Produkt aus Leistung (kW) und Zeit (h). Die Maßeinheit gibt an, welche Menge an Energie in einer bestimmten Zeit verbraucht wurde. Wird ein Fön mit 1.000 Watt Leistung eine Stunde lang bei voller Leistung betrieben, verbraucht er 1 kWh.

Mit einer kWh kann man in der Regel 

  • 70 Tassen Kaffee kochen
  • ein Mittagessen für 4 Personen auf dem Elektroherd zubereiten
  • einen Hefekuchen backen
  • 7 Stunden fernsehen
  • eine Maschine Wäsche waschen
  • 90 Stunden Licht von einer Stromsparlampe (11 Watt) empfangen
  • 17 Stunden Licht einer Glühlampe (60 Watt) empfangen
  • kWh – Kilowattstunde = 1.000 Wh
  • MWh  – Megawattstunde = 1.000.000 Wh                   = 1.000 kWh
  • GWh – Gigawattstunde    = 1.000.000.000 Wh           = 1.000.000 kWh
  • TWh   – Terawattstunde    = 1.000.000.000.000 Wh   = 1.000.000.000 kWh

·  Kompensationsanlagen

Kompensationsanlagen minimieren den Blindstrom – also den Strom, der durch induktive Stromverbraucher (z. B. Motoren oder Leuchtstoffröhren) entsteht. Dieser Blindstrom belastet Kabel und Anlagen durch Erwärmung; außerdem wird er i. d. R. auch ab einem bestimmten Maß in Rechnung gestellt. Eine Kompensationsanlage wirkt dem entgegen: Sie verhindert unzulässige Überlastungen von Kabeln und Anlagen, vermeidet die Kosten für den Blindstrom, sorgt dafür, dass die Übertragungsfähigkeit der Anlage nicht unnötig eingeschränkt wird und trägt so zu deren längeren Haltbarkeit bei.

·  Konventionelle Energien

siehe Fossile Energien.

·  Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe wird vom Energieversorger an eine Gemeinde gezahlt, um auf deren öffentlichen Verkehrsflächen Kabel und Freileitungen installieren zu dürfen.

·  Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Bei gleichzeitiger Erzeugung von Strom (Kraft) und Wärme in einer Anlage spricht man von KWK. Die Wärme wird bei der Stromerzeugung aus dem Prozess ausgekoppelt und zu Heizzwecken verwendet.
Eine Verbrennungskraftmaschine (z. B. Motor, Gasturbine) treibt einen Generator an und stellt dem Verbraucher dadurch elektrischen Strom zur Verfügung. Die Abwärme, welche im Motorblock anfällt (Kühlwasser, Öl), wird über einen Wärmetauscher zur Heizwassererwärmung verwendet. Die im Abgas enthaltene Energie wird ggf. zur Dampferzeugung (Prozesswärme) genutzt und/oder mittels Wärmetauscher zur Brauchwassererwärmung.
Als konventionelle Technologien zur Kraft-Wärme-Kopplung stehen die Dampfturbine, der Verbrennungsmotor sowie die Gasturbine zur Verfügung. Neuere Technologien wie die Brennstoffzelle oder der Stirlingmotor erweitern die bestehenden KWK-Technologien.

·  Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Diese gesetzliche Regelung verpflichtet örtliche Netzbetreiber, den Strom aus umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung (z. B. Blockheizkraftwerk) zu festgelegten Sätzen abzunehmen. Die dadurch entstehenden Kosten werden von den Netzbetreibern an die Energielieferanten weitergegeben.
Ziel des KWK-Modernisierungsgesetzes vom 01.04.2002 ist der Schutz und die Modernisierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, der Bau neuer Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie die Markteinführung der Brennstoffzellen-Technologie.

·  Lastgang

Unter einem Lastgang versteht man die Registrierung der Viertelstunden-Verbrauchswerte durch eine sogenannte Lastgangmessung. Diese ist bei erhöhtem Strombedarf notwendig und in der Regel mit einem Sondervertrag verbunden.

·  Lastprofil

Ein Lastprofil ist eine Kurve, die den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs eines Kunden darstellt. Mithilfe der Lastprofile wird die Strommenge festgelegt, die für die Endverbraucher im Stromnetz zu einer bestimmten Zeit zur Verfügung gestellt wird.

·  LED

Eine Leuchtdiode, kurz LED (englisch: light-emitting diode, dt. Licht-emittierende Diode, auch Lumineszenz-Diode) ist ein Licht emittierendes Halbleiter-Bauelement, dessen elektrische Eigenschaften einer Diode entsprechen. Aufgrund der guten Lichtausbeute und des geringen Verbrauchs der LED-Lampen, lösen diese zunehmend die herkömmlichen Glühlampen, Leuchtstoffröhren und/oder Energiesparlampen ab.

·  Leistung

Leistung ist der Quotient aus verrichteter Arbeit und der dazu benötigten Zeit.
Leistung = Arbeit/Zeit = kWh/h = kW = Kilowatt

·  Leistungspreis

Die Kosten, die sich durch die Bereitstellung des Stroms ergeben, bezeichnet man als Leistungspreis. Er beinhaltet die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung während eines Viertelstunden-Intervalls. Maßgebend für die Berechnung (€/kW) ist die höchste gemessene Leistung entweder eines Monats oder eines Jahres.

·  Maximumüberwachung

Durch den Einbau eines Maximumwächters wird der Lastgang eines Betriebes überwacht.
Damit ist es möglich, zu einem Arbeitsprozess nicht unbedingt erforderliche Anlagen kurzfristig abzuschalten. Der Leistungsbezug wird optimiert und durch geringere Lastspitzen entstehen geringere Stromkosten. Synergieeffekte sind eng mit dem Kunden abzustimmen, da dies im Einklang mit dem Arbeitsprozess stehen muss.

·  Mehrtarifstromzähler

Besitzt ein Stromzähler mehrere Zählwerke, nennt man ihn Mehrtarifzähler. Die Mehrtarifzähler werden häufig in der Industrie eingesetzt, da sie unterschiedliche Tarife abrechnen und so einen genaueren Überblick geben können. Dieser wird meist auch bei Nachttarifen genutzt, da der Mehrtarifzähler separat die Energiemengen ermittelt.

·  Messung

Durch die Messung wird der Verbrauch des Kunden festgestellt. Die Messdaten von Lastgangkunden werden vollelektronisch ermittelt und per Modem o. Ä. an den zuständigen Energieversorger fernübertragen.

·  Methan

Die chemische Formel von Methan, einem Hauptbestandteil von Erdgas, ist CH4. Methan ist ungiftig, brennbar sowie farb- und geruchlos.

·  Mittellast

Mittellast ist der elektrische Leistungsbedarf, der zusätzlich zur immer gleichbleibenden Grundlast während der Arbeitsperiode eines Tages besteht.

·  Nachhaltigkeit

Laut dem von der Bundesregierung eingesetzten Rat für Nachhaltigkeit bilden drei Säulen der Nachhaltigkeit das Gerüst für eine dauerhaft zukunftsfähige Entwicklung: Dabei handelt es sich um die ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen. Ziel ist es, weltweit die Bedürfnisse gegenwärtiger Generationen zu befriedigen, ohne die Lebenschancen künftiger Generationen zu gefährden.

·  Nachhaltigkeitsbericht

Als Weiterentwicklung der von Unternehmen veröffentlichten Umweltberichte sind die sogenannten Nachhaltigkeitsberichte entstanden. Die Tätigkeiten und Leistungen der Unternehmen werden im Hinblick auf ihre nachhaltige Entwicklung dargestellt. Der Nachhaltigkeitsbericht ist inzwischen ein wichtiges Mittel der Unternehmenskommunikation, denn er informiert die Öffentlichkeit über die wirtschaftlichen, ökologischen und soziale Aspekte der Unternehmen.

·  Netzanschlussvertrag (NAV)

Seit der Liberalisierung des Strommarkts wird unterschieden zwischen Netzanschlussvertrag und Stromliefervertrag. Dieser ist ein Vertrag zwischen dem Anschlussnehmer und dem Netzbetreiber. Der Netzanschlussvertrag regelt den Anschluss an das Stromnetz des Betreibers. Mit diesem werden technische Serviceleistungen, Netzbetrieb, Zähler, Störungsdienst im Netz etc. abgedeckt.
Der Stromliefervertrag regelt die Belieferung mit elektrischer Energie.

·  Netzbetreiber

Ein Netzbetreiber besitzt ein Leitungsnetz, über das Strom oder Gas zu den Kunden gelangen. Der Netzbetreiber ist für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung des öffentlichen Stromversorgungsnetzes verantwortlich. Er ist verpflichtet, Stromkunden an sein Netz anzuschließen. Der Anschluss erfolgt auf der Grundlage eines Netzanschlussvertrags oder der AVBEltV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung).

·  Netznutzung

Das Netznutzungsentgelt deckt die Kosten ab, die für die Nutzung der Netze (Stromdurchleitung) anfallen, z. B. Bau, Instandhaltung und Betriebsführung. Es muss vom Stromlieferanten an den Netzbetreiber entrichtet werden.
Alle Netzbetreiber ermitteln ihre Netznutzungsentgelte individuell; maßgeblich hierfür sind aktuell die Rahmenbedingungen der Verbändevereinbarung II plus.

·  Netznutzungsentgelt

Den Kern des Netznutzungsentgelts (NN-Entgelts) bilden die Kosten für Sanierung und Instandhaltung des Netzes, einschließlich Systemdienstleistungen und der Betriebsführung. Maßgebend für das Ermitteln der NN-Entgelte sind die aktuellen Rahmenbedingungen der Verbändevereinbarung II plus. Das Netznutzungsentgelt ist im Regelfall vom jeweiligen Lieferanten zu zahlen.

·  Netznutzungsvertrag (NNV)

Der Netznutzungsvertrag ist in der Energiewirtschaft ein Vertrag zwischen dem Netznutzer und dem Netzbetreiber.
Hier werden alle Fragen der Netznutzung inklusive Entgeltfragen geregelt, die über den Netzanschluss hinausgehen.

·  Netzverluste

Die Netzverluste sind Energieverluste, die bei der Übertragung der leitungsgebundenen Energien (Strom, Gas, Fernwärme) vom Erzeugungsort zum Verbrauchsort auftreten.

·  Niederspannung

Wechselspannung zwischen 50 und 1.000 Volt – in Haushalten nicht mehr als 250 Volt, Gleichstrom zwischen 75 und 1.500 Volt. Niedrigere Spannungen werden als Kleinspannung bezeichnet, höhere als Mittel- und Hochspannung.

·  Niederspannungszuschlag

Aus technischen Gründen oder aus Gründen der Kostenminimierung kann die Messung auch auf der Niederspannungsseite, d. h. an der Niederspannungsverteilung der Übergabestation erfolgen. Dies hat zur Folge, dass die im Transformator auftretenden Magnetisierungs- und Wärmeverluste nicht mehr mitgemessen werden können. Um eine Ungleichbehandlung von Kunden, deren Messung auf der Mittelspannungsseite liegt, auszuschließen, wird bei niederspannungsseitiger Messung das Arbeitsentgelt der Netznutzung erhöht.

·  Notstrom

Ersatzstromversorgungsanlage/Notstromanlage
Notstrom bezeichnet Überbrückungs- oder Ersatzstromquellen bei Ausfall der regulären Stromversorgung. Dies sind Anlagen zur teilweisen oder kompletten Aufrechterhaltung der Stromversorgung bei einem Stromausfall: z. B. Batterieanlagen für den Einsatz einer Notbeleuchtungsanlage, als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Telefonanlagen, Computersysteme u. Ä. Für die Abdeckung größerer Versorgungsbereiche werden in der Regel dieselbetriebene Generatoren eingesetzt.

Aushilfsenergie
Aushilfsenergie wird dann geliefert und berechnet, wenn kein gültiger Stromliefervertrag besteht oder der vertragliche Lieferant nicht in der Lage ist, Strom zu liefern. Die Aushilfsenergie wird vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt.

·  Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad gibt an, wie viel der Energie tatsächlich in nutzbare Energie umgewandelt werden kann. Bei der Ermittlung des Nutzungsgrades werden Verluste durch Abgas, Strahlung oder Betriebsbereitschaft berücksichtigt. Das Ergebnis dieser Maßeinheit wird in Prozent angegeben. Je effizienter eingesetzte Energie ausgenutzt wird, desto höher ist der Nutzungsgrad.

·  Offshore-Förderung

Erdgasförderung auf See.
Bei Erdgas und Erdöl lagern die Vorräte in der Erde und müssen von dort abgebaut und gefördert werden.

·  Offshore-Umlage

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass neben den Übertragungsnetzbetreibern auch die Letztverbraucher mit einem Aufschlag auf die Netzentgelte (§ 17 f EnWG) an den zusätzlichen Kosten beteiligt werden.

·  OK-Power-Label

Der Verein EnergieVision e.V. vergibt das Stromlabel ok-power, mit dem Ökostrom-Angebote zertifiziert werden. Als reines Produktlabel überprüft ok-power die Herkunft und ökologische Eigenschaft des Stromprodukts und bewertet nicht die Geschäftspolitik des Unternehmens. Daher enthält das ok-power-Label auch keine Einschränkungen für den Betrieb von Kernkraftwerken oder den Einsatz fossiler Brennstoffe durch die Stromlieferanten. Laut der Kriterien muss ein Drittel des Stroms aus Anlagen stammen, die im jeweiligen Zertifizierungsjahr nicht älter als 6 Jahre sind, sogenannten Neuanlagen. Ein weiteres Drittel muss aus neueren Bestandsanlagen stammen, die nicht älter als 12 Jahre sind. Das restliche Drittel kann aus Altanlagen stammen. RECS-Zertifikate sind für das ok-power-Label zugelassen.

·  Ökobilanz

Die Ökobilanz ist eine strukturierte Analyse der Umwelteinwirkungen von Produkten während des gesamten Produktlebenszyklus einschließlich der Entsorgung der Produkte. Dabei handelt es sich somit um eine genaue Mengenerhebung der Input-/Outputströme an Materialien, Stoffen, Energie, Produkten und Emissionen, welche innerhalb und außerhalb des Unternehmens anfallen.

·  Ökostrom (auch Ökotarif)

So wird meist die elektrische Energie bezeichnet, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse) gewonnen wird. Es gibt Ökostrom, der zu 100 Prozent aus neu gebauten oder bereits bestehenden erzeugt wird.

·  Onshore-Förderung

Die Onshore Förderung ist die Erdgas-Förderung auf dem Festland. Onshore ist ein englisches Adjektiv und wird mit „auflandig“ oder „im Küstenvorland“ in die deutsche Sprache übersetzt.

·  OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries)

Die Organisation Erdöl exportierender Länder wurde 1960 in Bagdad gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela. Heute hat die OPEC insgesamt 12 Mitgliedsstaaten, ihr Sitz ist im österreichischen Wien. Ziel der OPEC ist es, den Ölmarkt auf möglichst hohem Preisniveau zu stabilisieren. Bis vor kurzem hat die OPEC sogar die Preisspanne für ein Barrel (159 Liter) Öl festgelegt. Die OPEC-Länder (ausgenommen Irak und Angola) fördern rund 27 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht knapp 40 % des Weltmarktes.

·  Primäre Energieträger

Rohstoffe, die zur Stromgewinnung herangezogen werden können, werden auch primäre Energieträger genannt. Dazu gehören neben den fossilen Energieträgern Kohle, Erdgas und Erdöl, Fett Kohlenhydrate und Proteine in der Nahrung aber auch regenerative Energieträger wie Wasser, Wind und Sonne.

·  Primärenergie

Unter dem Begriff „Primärenergie“ bzw. „Primärenergieträger“ werden die Energieträger zusammengefasst, die in der Natur vorkommen und technisch noch nicht umgewandelt wurden.

·  Regelenergie

Regelenergie ist die Differenz zwischen bestellter und tatsächlich gelieferter Energie. Sie wird vom Übertragungsnetzbetreiber dem Stromlieferanten in Rechnung gestellt.

·  Regenerative Energien

Diese Energien erneuern sich im Rahmen natürlicher Kreisläufe. Zu ihnen gehören Biomasse, Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie sowie die Geothermie.

  • Sauberer Strom/Ökostrom

Der sogenannte Ökostrom stammt aus regenerativen Energiequellen und muss ökologisch vertretbar hergestellt werden. Der Begriff „Ökostrom“ und auch „sauberer Strom“ ist weder gesetzlich definiert noch juristisch geschützt. Nach einer Definition von Greenpeace müssen mindestens 50 % des sauberen Stroms aus Windenergie, Biomasse oder Photovoltaik produziert werden. Dem gegenüber dürfen maximal 50 % in Klima schonenden, effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) auf Basis von Gas den Kunden bereitgestellt werden. Seit dem 1. Januar 2004 muss der Solarstromanteil nicht in vollem Umfang an die Kunden durchgeleitet, sondern darf auch direkt an den Netzbetreiber gemäß dem neuen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) verkauft werden.

  • Sauergas

Als Sauergas bezeichnet man Erdgas, das reich an Schwefelwasserstoff ist. Es ist ein farbloses, übel riechendes, stark giftiges, brennbares Gas. Es ist eine Verbindung aus Schwefel und Wasserstoff, das in Erdgas und Erdöl enthalten ist.

  • Scheinleistung

Dies ist die geometrische Summe aus Wirk- und Blindleistung und für die Dimensionierung der technischen Anlage maßgebend. Die Scheinleistung wird in der Einheit kVA angegeben. Die Scheinleistung berechnet sich aus dem Quotienten aus der Wirkleistung (kW) dividiert durch den cos phi.
Die Scheinleistung ist entscheidend für die Belastung der elektrischen Leitungsnetze. Transformatoren, Generatoren, Schaltanlagen, Sicherungen und Leitungsquerschnitte müssen für die auftretende Scheinleistung dimensioniert sein.

  • Sekundärenergie

Als Sekundärenergie bezeichnet man Energieträger, die aus Primärenergie gewonnen wurden. Dazu gehören unter anderem Strom, Heizöl oder Benzin. Sie entsteht, wenn Primärenergie in eine andere Energieart (zum Beispiel Strom) umgewandelt wird.

  • Smart Grid

Der Begriff Smart Grid (deutsch intelligentes Stromnetz) umfasst die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung. Diese ermöglicht eine Optimierung und Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile. Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs.

  • Smart Meter

Der Begriff Smart Meter (deutsch intelligenter Zähler) beschreibt einen Zähler für Energie (Strom / Erdgas), der dem Anschlussnutzer, eingebunden in einem Kommunikationsnetz, den tatsächlichen Energieverbrauch, sowie die Nutzungszeit anzeigt. Ziel ist es, den Letztverbrauchern eine Anzeigemöglichkeit zu wettbewerbsorientierte Preisen bereitzustellen, die den tatsächlich Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit der Lieferstelle widerspiegelt. Für Neubauten, Totalsanierungen und Letztverbraucher mit einem Jahresverbrauch größer 6000 kWh müssen diese Messsysteme kostenneutral eingebaut werden.

  • Solarenergie

Solarenergie gilt als besonders umweltfreundlich und gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Nicht zuletzt, weil diese Form der Energiegewinnung staatlich gefördert wird. So werden sogar Privatpersonen, die Solaranlagen auf ihren Hausdächern installieren, finanziell unterstützt.

  • Spannung

Die elektrische Spannung (Einheit: Volt, V) ist die bei unterschiedlichen elektrischen Ladungen zwischen zwei Punkten messbare elektrische Potenzial- oder Spannungsdifferenz. Sie ist der Druck oder die Kraft auf freie Elektronen und entsteht durch das Ausgleichsbestreben von elektrischen Ladungen.

  • Spannungsebene

Von der IEC (International Electronical Commission) wurden Nennspannungen festgelegt. Diese müssen von den Stromversorgern eingehalten werden. Man unterscheidet bei der Stromversorgung nach:

  • Höchstspannungsebene  (ab 150 Kilovolt)
  • Hochspannungsebene     (60-150 Kilovolt)
  • Mittelspannungsebene     (1-60 Kilovolt)
  • Niederspannungsebene   (bis 1 Kilovolt)

Das Höchstspannungsnetz verteilt den in den Großkraftwerken erzeugten Strom landesweit über die Höchstspannungsleitungen und nimmt am internationalen Stromaustausch teil. Das Hochspannungsnetz versorgt Regionen, Ballungszentren und große Industriebetriebe. Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an die Transformatorstationen des Niederspannungsnetzes, aus dem wiederum Haushalte, Industrie, Gewerbe und Verwaltungen mit elektrischer Energie versorgt werden.
Der in den Kraftwerken erzeugte Strom hat üblicherweise eine Spannung zwischen 10.500 und 21.000 Volt. Dies ist aber für den möglichst verlustarmen Transport des Stroms über größere Entfernungen noch immer zu wenig. Deshalb muss er durch Transformatoren auf bis zu 380 Kilovolt hochgespannt und dann wieder schrittweise auf die Steckdosen-Spannung von 230 Volt heruntertransformiert werden.

  • Spitzenausgleich

Die zusätzliche Steuerentlastung, welche nur Unternehmen des produzierenden Gewerbes beantragen können, ist an den Mindestenergieverbrauch der Energieerzeugnisse bzw. der Sockelverbrauchsmenge beim Strom gekoppelt. Bei der Berechnung des Spitzenausgleichs ist die tatsächlich gezahlte Ökosteuer mit dem entsprechenden Steuersatz heranzuziehen und mit den gezahlten Rentenversicherungsbeiträgen in Bezug zu setzen. Dabei ist die für 2006 geltende Entlastung der Rentenversicherungsbeiträge als höchstmögliche Entlastung in zukünftigen Berechnungen festgelegt worden. Die dafür maßgeblichen Vorschriften befinden sich im Stromsteuergesetz (StromStG), im Energiesteuergesetz (EnergieStG) und in der Stromsteuerdurchführungs- (StromStV) sowie Energiesteuerverordnung (EnergieStV).

  • Spitzenlast

Spitzenlasten in den Stromverteilungs- und Übertragungsnetzen entstehen in den Hauptnutzungszeiten, zum Beispiel in der Mittagszeit. Um diesen erhöhten Bedarf decken zu können, werden kostenintensive Spitzenlastkraftwerke zugeschaltet.

  • Stadtgas

Stadtgas oder Leuchtgas entsteht durch Kohlevergasung. Es war von Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts der übliche Brennstoff in Städten. Stadtgas hat einen hohen Kohlenmonoxid-Anteil und kann bei Missbrauch sogar tödlich sein. Daher wurde Stadtgas in Deutschland nach und nach durch Erdgas ersetzt – mit Stand 2012 gibt es nur noch vereinzelt in China mit Stadtgas betriebene Gasnetzte.

  • Stromgrundversorgungsverordnung (StromGGV)

Die Verordnung beinhaltet sowohl die allgemeinen Bedingungen als auch die Preise für die Grundversorgung und Ersatzversorgung der Letztverbraucher mit Strom aus dem Niederspannnetz. Die Verordnung regelt den Anspruch der Bürger auf Versorgung mit Elektrizität, nachdem der Strommarkt durch das Energiewirtschaftsgesetz im Jahr 2005 reformiert worden war. Die Bestimmungen dieser Verordnung sind ein wesentlicher Bestandteil des Grundversorgungsvertrages zwischen Energieversorgungsunternehmen und Haushaltskunden.

  • Stromkennzeichnung

Seit 2005 sind alle Energieversorgungsunternehmen verpflichtet, nach §42 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) Informationen über ihren Strommix offenzulegen. Die Stromkennzeichnung muss für die Stromverbraucher auf der Jahresstromrechnung und auf allen Werbematerialien angegeben sein. Mit den Informationen, insbesondere über die Umweltauswirkungen, wird dem Stromkunden ermöglicht, die „Qualität” der Stromproduktion zu bewerten.

  • Stromliefervertrag

Der Stromliefervertrag regelt die Bestimmungen zur Belieferung mit elektrischer Energie.

  • Strommix

Die gesetzlich verpflichtende Angabe des sogenannten Strommixes gibt an, zu welchen Anteilen der Strom eines Stromanbieters aus welchen Energieträgern stammt. Diese bilden sich aus fossilen Energieträgern, Kernenergie und erneuerbaren Energien.

  • Stromsee

Der Strommarkt lässt sich als ein großer See mit unterschiedlichen Zuflüssen (“Erzeugern”) und Abflüssen (“Verbrauchern”) darstellen. Die Erzeuger speisen in diesen Stromsee ein, die Abnehmer entnehmen aus diesem. Eine Differenzierung, welcher Strom verbraucht wird – konventionell erzeugter Strom oder umweltfreundlich erzeugter Strom – ist nicht möglich. Für die Stromverteilung bedeutet dies, dass Strom den kürzesten Weg nimmt und sich nicht gezielt an einzelne Abnehmer liefern lässt. Aber: Es kommt darauf an, dass die gleiche Menge Ökostrom in den Stromsee eingespeist wird, die vom Kunden wieder entnommen wird. Der Beitrag des Kunden sich für einen “sauberen” Strom zu entscheiden liegt darin, dass durch den Ökostrom Investitionen in neue regenerative Anlagen unterstützt werden. Somit kann auf lange Sicht der Stromsee von fossilen und atomaren Energien befreit werden.

  • Stromsteuerbefreiung

Unternehmen des produzierenden Gewerbes oder der Land- und Forstwirtschaft, die nach § 9 des Stromsteuergesetzes dazu berechtigt sind, können die Befreiung von der Pflicht zur Zahlung der Stromsteuer beantragen. Die Abrechnung mit reduziertem Stromsteuersatz bedarf der Erlaubnis des für den Kunden zuständigen Hauptzollamtes (Erlaubnisschein über das Recht zur Entnahme von steuerbegünstigtem Strom).

  • Stromsteuergesetz (StromStG)

Diese Verbrauchssteuer befasst sich mit der Besteuerung des Stromverbrauchs in Deutschland. Die Einheit für die Berechnung ist die Megawattstunde (= 1.000 kWh), auf die ein Regelsteuersatz erhoben wird. Das Aufkommen wird vom Bund geregelt während die Verwaltung den Zollbehörden obliegt.

  • Stromzähler

Der Stromzähler ist ein über einen zeitlichen Verlauf integrierendes Messgerät zur Erfassung der Menge einer gelieferten bzw. verbrauchten elektrischen Größe. Das Messgerät erfasst verbrauchsabhängig den 230 Volt starken Wechselstrom und die anliegende Spannung. Daraus resultiert der Verbrauch in Kilowattstunden.

  • Tarifkunden

Das sind Kunden eines Energieversorgungsunternehmens (EVU), die auf Grundlage eines Allgemeinen Tarifs (Grundversorgung) mit Energie versorgt werden.

  • Technische Anschlussbedingungen (TAB)

Der Stromnetzbetreiber legt technische und organisatorische Bedingungen für den Anschluss an das elektrische Netz fest. Diese sind u. a. der freie Zugang zu den Kundenanlagen, die Ausführung der Messungen und die Begrenzung von Netzrückwirkungen aus den Kundenanlagen.

  • TENP (Transeuropäische Naturgas-Pipeline)

Die TENP wurde Anfang der 70er Jahre gebaut, um großräumig Erdgas aus der Niederlanden in die Schweiz, Italien und Deutschland zu verteilen. Die Erdgasleitung verläuft innerhalb Deutschlands von Aachen bis nach Rheinfelden am Hochrhein.

  • Transformator

Ein Transformator ist ein zu den elektrischen Maschinen zählendes Gerät zur Erhöhung oder Herabsetzung der elektrischen Spannung von Wechselströmen.

  • Transport von Erdgas

Meist erreicht das Erdgas unsere Wohnungen durch eine Pipeline, in der Kompressoren für die Druckanpassung sorgen. Besonders wichtig für den Transport ist die richtige Temperatur. Eine Alternative zur Pipeline ist die Gasverflüssigung.

  • Turbinengaszähler

Der Turbinengaszähler wird eingesetzt, wenn eichpflichtige Messungen durchgeführt werden müssen. Beim Turbinengaszähler strömt das Gas durch den Zähler und bringt so die Turbine in Bewegung. Um Kondensation im Inneren zu vermeiden, ist das mechanische Zählwerk abgedichtet. Turbinengaszähler gelten als besonders kostengünstig: So können sogar die Aluminium-Messpatronen ausgetauscht werden. Ein verbessertes Öl-Schmiersystem garantiert zudem eine verlängerte Lebensdauer.

  • TÜV-Siegel

Der TÜV Nord prüft nach einer einheitlichen Basisrichtlinie, während der TÜV Süd vier verschiedene Kriterienkataloge heranzieht. Im Rahmen des TÜV Nord Zertifikates ist es erlaubt, dass 50 Prozent des Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) kommen dürfen. Diese Anlagen arbeiten einerseits sehr umweltfreundlich, indem sie die entstandene Wärme bei der Stromherstellung nutzen, jedoch werden sie andererseits mit Kohle oder Gas betrieben.

Die Ökostrom-Zertifikate des TÜV Süd sind in vier Kategorien nach den folgenden Kriterien angelegt:

  • EE01 – Strom zu aus 100% Erneuerbaren, davon mindestens 25% aus neuen Kraftwerken
  • EE02 – Strom zu aus 100% Wasserkraft, Zeitgleichheit zwischen Erzeugung und Verbrauch im Viertelstunden-Raster
  • UE01 – Strom zu mind. 50% aus Erneuerbaren, der Rest aus KWK-Anlagen, mindestens 25% des Erneuerbare Energien-Stroms aus neuen Kraftwerken
  • UE02 – Strom zu mindestens 50% aus Erneuerbaren, Rest aus KWK-Anlagen

Bei allen vier Varianten gilt auch hier, dass Preisaufschläge für Ökostrom dem Aufbau erneuerbarer Energien dienen müssen.

  • Übergabestation

Darunter versteht man ein Gebäude bzw. einen elektrischen Betriebsraum, in dem sich die Eigentumsgrenze zwischen öffentlichem Stromnetz und kundeneigenem Netz befindet. Die Übergabestation ist bei größeren Industriekunden mit Mittelspannungsanschluss notwendig.

  • Übergabestelle

Die Einrichtung, in der das Eigentum des Netzbetreibers endet, wird als Übergabestelle bezeichnet.

  • Überschussstrom

Der in Eigenerzeugungsanlagen erzeugte, aber in der Kundenanlage nicht verbrauchte Strom wird als Überschussstrom bezeichnet. Dieser Strom wird in das öffentliche Stromnetz rückgespeist und gemäß dem Stromeinspeisegesetz vergütet.

  • Übertragungsnetz

Darunter versteht man das übergeordnete Stromnetz (Höchst-/Hochspannungsnetz), über das die elektrische Energie zu den regionalen Stromnetzbetreibern (Mittelspannungs- bzw. Niederspannungsnetz) verteilt wird.

  • Umspannanlage

Eine Umspannanlage – überwiegend als Freiluftanlage – wandelt die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannanlagen von 110 kV auf 20 kV.

  • Umspannung

Der Wechsel zwischen Spannungsebenen durch Transformatoren nennt sich Umspannung.

  • Umweltfreundliche Energieproduktion

Die zunehmende Belastung der Umwelt durch konventionelle Energiequellen trägt dazu bei, dass immer häufiger erneuerbare Energien genutzt werden.

Dazu gehören:

  • Fotovoltaik
  • Solar
  • Windkraft
  • Wasserkraft
  • Biogasanlagen
  • Upstream

Upstream, zu Deutsch stromaufwärts, bezeichnet Aktivitäten zur Erdgasförderung. Dazu gehören geologische Erkundungen und Probebohrungen, die Förderung von Erdgas selbst sowie die Instandhaltung der Förderungsmittel.

  • VDEW

Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke

  • VDN

Verband der Netzbetreiber

  • Verbändevereinbarung

Verbändevereinbarung regelt die vertraglichen Beziehungen aller Beteiligten (Interessentenvertretungsverbände der deutschen Industrie und deutsche Energieversorgungsunternehmen) auf dem nationalen Energiemarkt. Sie wurde von den energiewirtschaftlichen Verbänden erarbeitet [Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Arbeitsgemeinschaft regionaler Energieversorgungsunternehmen (ARE), Deutsche Verbundgesellschaft (DVG), Verband der Netzbetreiber (VDN) beim VDEW und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU)].

  • Verified Emission Reductions (VERs)

Das Zertifizierungssystem Verified Emission Reductions (VERs) hat sich die Reduktion von CO2-Emissionen zum Ziel gesetzt und kommt weltweit in den verschiedenartigsten Projekten zum Einsatz. VERs vereint unterschiedliche Standards, die häufig durch unabhängige Auditoren wie zum Beispiel dem TÜV vergeben werden.

  • Verrechnungspreis

Der Verrechnungspreis ist der Preis, der monatlich für die Installation, Ablesung und Abrechnung des Zählers veranschlagt wird.

  • Versorgungssicherheit

Die Versorgungssicherheit ist der Anspruch des Kunden auf Stromversorgung. Durch vertragliche Regelungen sind Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Stromerzeuger festgelegt. Der Netzbetreiber ist dabei für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig. Versorgungsstörungen werden von EVU innerhalb kürzester Zeit beseitigt. Daher ist die Versorgungssicherheit in Deutschland sehr hoch.

  • Verteilungsnetz

Stromnetze zur regionalen Energieverteilung und Versorgung von Endkunden (i. d. R. Mittelspannungs- bzw. Niederspannungsnetze).

  • Wasserkraft

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft gehört zu den umweltschonendsten Formen der Energiegewinnung. Laufwasserkraftwerke nutzen die Kraft der Flüsse, Speicherwasserkraftwerke dagegen die Höhenunterschiede. Bei der Produktion von Strom aus Wasserkraft entsteht kein Kohlendioxid (CO2). Aufgrund großer Wasserreserven ist die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft eine zukunftsfähige Lösung. „In Deutschland wurden im Jahr 2007 rund 20,7 Mrd. Kilowattstunden Strom aus Wasserkraftnutzung erzeugt. Dies entspricht einem Anteil an der deutschen Stromerzeugung von 3,4%, einem Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von 23,6 % und einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 22,6 Mio. t.“ (Quelle: BMU, 08/2013).

  • Wechselstrom

Elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich periodisch mit der Zeit ändern.

  • Windenergie

Mehr und mehr gewinnen Windkraftanlagen an Bedeutung. „Der Anteil der Stromeinspeisung aus Windenergie am Bruttostromverbrauch ist stetig auf heute 45 TWh bzw. etwa 8 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs angestiegen.“ Quelle: BMU, 08/2013). Windkraftanlagen werden in allen Klimazonen zur Stromgewinnung eingesetzt: an der Küste, auf See, im Gebirge und sogar als Offshore-Anlagen im Binnenland. Windenergie ist zwar sehr ergiebig und günstig, da Wind allerdings sehr unstet ist, wird Windkraft immer mit anderen Energiequellen kombiniert oder gespeichert bzw. werden Schwankungen durch andere Kraftwerke ausgeglichen. Gerade wenn sie in modernen Anlagen produziert wird, gilt die Windenergie als besonders umweltfreundlich. In Deutschland sind Stromanbieter gesetzlich verpflichtet, auch Strom aus Windkraft zu beziehen.

  • Wirkleistung

Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die für die Umsetzung in eine andere Leistung, z. B. in mechanische, thermische, chemische, optische oder akustische Leistung, verfügbar ist.

  • Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad misst das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei der Energieumwandlung und ist daher auch das Maß für Energieeffizienz. Die Energieforschung arbeitet ständig darauf hin, den Wirkungsgrad zu erhöhen. Man unterscheidet zwischen dem elektrischen Wirkungsgrad, der nur die Stromerzeugung berücksichtigt, dem thermischen Wirkungsgrad bei der Wärmeumwandlung und dem Gesamtwirkungsgrad.

Bei Gas unterscheidet man zwischen: 

  • Feuerungstechnischer Wirkungsgrad
  • Geräte-/Kesselwirkungsgrad
  • Nutzungsgrad

Typische, heute technisch erreichte Wirkungsgrade sind:  

  • Fotovoltaik 10 %
  • Kohlekraftwerke 45 %
  • Brennstoffzelle 30–55 %
  • Gaskraftwerke 60 %
  • Blockheizkraftwerke 70–85 %
  • Dieselmotor 30 %
  • Benzinmotor 25 %
  • Zähler

Es gibt verschiedene Arten von Stromzählern:

  • Drehstromzähler als Standardzähler für Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe
  • Wechselstromzähler, z. B. für Treppenhausbeleuchtung
  • Leistungszähler messen neben dem Stromverbrauch auch die Leistung (typisch ist ein Viertelstunden-Leistungszähler).
  • Zählwerk

In jedem Zähler ist ein Zählwerk eingebaut, das dazu dient, verbrauchte Mengen an Energie zu messen. Das Zählwerk wird mittels eines Getriebes im Zähler bewegt.

  • Zonentarif

Ein Zonentarif berücksichtigt bei der Preisbildung den Jahresverbrauch und wird in verschiedenen Stufen (Zonen) abgerechnet. Das heißt, der Preis pro Kilowattstunde wird mit steigendem Verbrauch günstiger.

  • Zweitarif

Spezieller Tarif, der durch einen zweiten Zähler oder eine Tarifschaltung die Abnahme von Strom zu Hauptlast- und Niederlastkonditionen ermöglicht. Der Arbeitspreis für den Energieverbrauch am Tage ist meist höher als der Arbeitspreis in der Nacht. Damit können für energieintensive Anwendungen wie Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen die günstigeren Niederlast- bzw. Nachttarife genutzt werden. Der Niederlaststrom kann immer nur von dem Anbieter bezogen werden, der auch den Hauptlaststrom liefert.