Heizen und Lüften

Gebrauchsanweisung „Heizen & Lüften“

Heizen, Lüften, Wohnverhalten:

Heizen und Lüften sind ein täglicher und wesentlicher Aufgabenteil bei der Benutzung der Wohnung. Das Wohnverhalten soll nach den nachfolgenden Grundlagen ausgerichtet werden. Dazu ist es erforderlich, das Innen- und Außenklima regelmäßig mit Thermometer und Hygrometer zu kontrollieren. Die Geräte sind im Fachhandel und Kaufhäusern erhältlich.

Grundlagen, Begriffe:

Es wird von einem Normraumklima von 20-22° C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit ausgegangen. Temperatur und Feuchtigkeit während der Benutzung sollen sich um diese Werte bewegen.

Größere Abweichungen von den dargestellten Werten führen zu Schäden an den Bauteilen und Baustoffen.

Luft kann in Abhängigkeit der Temperatur unterschiedliche Feuchtigkeitsmengen aufnehmen. Je wärmer, desto mehr Feuchtigkeit kann aufgenommen werden, je kälter, desto weniger. Durch Aufheizen kann somit in warmer Luft Feuchtigkeit gebunden werden, welche dann durch Lüften abgeführt werden kann.

Die maximal aufnehmbare Feuchtigkeitsmenge bei bestimmter Temperatur nennt man Sättigungsmenge.

Ist die Sättigungsmenge überschritten, fällt Tauwasser (Kondenswasser) aus. Das geschieht wenn warme feuchte Luft, auf kältere Flächen trifft.

Feuchtigkeit innerhalb des Bauwerks entsteht oder tritt auf durch:

  • Benutzung – Kochen, Baden, Duschen, Atmen, Waschen, Bügeln, Blumengießen, Aquarien, etc.
  • Baufeuchte – das ist Feuchtigkeit, die aus der Verarbeitung der Baustoffe noch in den Bauteilen vorhanden ist und sich innerhalb der ersten ca. 1-3 Jahre der Benutzung langsam abbaut.
  • eventuelle Baumängel – Wasserschäden, Undichtigkeiten, Wärmebrücken etc.
  • Heizen erfolgt, um Räume auf eine erforderliche Temperatur zu erwärmen und um Feuchtigkeit aufzunehmen.

Lüften erfolgt, um:

  • damit feuchte Luft gegen trockene Luft auszuwechseln
  • die mit Kohlendioxid angereicherte Luft gegen sauerstoffreiche Luft zu tauschen.
  • Wohnraumgerüche aus hygienischen Gründen abzuführen

Bei normalem Gebrauch soll ein ca. 0,5- bis 0,8-facher Luftwechsel des Raumluftvolumens pro Stunde erfolgen. D.h. im Zeitraum von 2 Stunden soll die komplette Raumluft gewechselt werden. Dies erfolgt zum Teil passiv durch Fugen oder aktiv durch Lüften. Bei erhöhtem Feuchtigkeitsanfall (über 50%) kann ein höherer Luftwechsel erforderlich sein.

Sinnvoll gelingt das nur, wenn die gewechselte Luft „besser“ als die ursprüngliche Luft ist – dies ist in der Praxis oft gar nicht so einfach.

Verhaltensweise

Heizen und Lüften müssen in geeignetem Zusammenspiel erfolgen.

Die einzelnen Benutzer verhalten sich unterschiedlich, und bei ihren individuellen Wohngewohnheiten kommt es zu unterschiedlichen Auswirkungen. Jeder muss für sich beobachten, wie die Wohnung auf sein Verhalten reagiert.

Wer viel Feuchtigkeit produziert, vielleicht konzentriert innerhalb kurzer Zeit, wenig heizt, muss mehr Aufwand zum Lüften aufbringen, um einen Ausgleich zu erreichen.

  • Durch volles Öffnen der Fenster (Stoßlüften) mehrfach täglich intensiv lüften. Dabei soll Durchzugswirkung durch alle Räume angestrengt werden. Dauerlüften (Kippstellung) in den Übergangsjahreszeiten oder im Winter ist ungeeignet und führt zu stärkeren Energieverlusten und zum Auskühlen der angrenzenden Bauteile. An den dadurch kühlen Oberflächen entsteht unerwünschte Kondensatbildung.
  • Räume kontinuierlich heizen. In allen Räumen der Wohnung möglichst gleiche Temperatur einregeln. Periodisches Aufheizen (Abdrehen der Heizung bei Verlassen der Wohnung) ist falsches Heizverhalten. Durch das damit verbundene Auskühlen reichert sich Feuchtigkeit an, sinkt das Wärmerückhaltevermögen und das Wiederaufheizen erfordert einen höheren Energieaufwand. Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen (Fußbodenheizung) sind darüber hinaus zu träge, um kurzfristig die durch Abdrehen der Heizung entstandene Abkühlung wieder                  auszugleichen.
  • Kühlere Räume nicht in Luftaustausch mit wärmeren stellen. Türen geschlossen halten.
  • An den Außenwänden möglichst wenig, oder nicht auf großen Flächen möblieren. Abstände einhalten. Zwischen Wand und Möbel kann die erforderliche Luftzirkulation sonst erliegen. Vorhänge können ebenso eine               Luftzirkulation behindern.
  • Die entstehenden Wasserdampfmengen gering halten. Feuchte in Bädern oder  beim Kochen mittels der elektrischen Lüfter (Dunstabzug, Badlüfter, etc.) oder durch Fensteröffnen unmittelbar entfernen.
  • Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen.
  • Räume im Kellergeschoß können in der Regel nicht wie oberirdische Räume, ohne zusätzliche Vorkehrungen, wie Trocknungs- und Heizmaßnahmen, genutzt werden. In Kellerräumen ist im erhöhten Umfang wie bei oberirdischen Räumen Luftwechsel erforderlich. Wirkungsvoll wird Feuchtigkeit nur abgeführt, wenn die Innenraumtemperatur höher als die Außentemperatur ist.

Schimmelbildung ist eine Folge von ungeeigneten raumklimatischen Verhältnissen. Meist durch hohen Feuchtigkeitsanfall und zu geringer Temperatur. Tritt Schimmelbildung auf, sind die Raumklimabedingungen und die Bauausführungen zu prüfen.

Wenn zu wenig Feuchtigkeit vorhanden ist, weil z.B. sehr intensiv geheizt wird, soll mit geeigneten Mitteln oder mit Geräten (Luftbefeuchtern) zusätzlich Feuchte zugefügt werden.

Im Sommer soll einer Überhitzung durch Sonneneinstrahlung vorgebeugt werden. Dies kann mit entsprechender Beschattung geschehen.


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